Wandern in Altenberg: Touren zu Geisingberg, Kahleberg und Hochmoor
Aussichtsberge, Bergwiesen, ein uraltes Hochmoor und Spuren des Zinnbergbaus: Rund um Altenberg liegen viele Wanderziele so nah beieinander, dass Sie das Auto oft stehen lassen können.

Wer in Altenberg wandern möchte, braucht keinen langen Anfahrtsweg zum Startpunkt. Der Geisingberg, der Kahleberg, die Galgenteiche und die Altenberger Pinge liegen alle nur wenige Kilometer vom Ortskern entfernt, das Georgenfelder Hochmoor ist eine kurze Busfahrt weiter. Hier finden Sie die Touren, die wir unseren Gästen am häufigsten empfehlen – mit ehrlichen Angaben zu Länge, Gehzeit und Anspruch.
Warum Altenberg ein guter Ausgangspunkt zum Wandern ist
Altenberg liegt im Kammgebiet des Osterzgebirges, dicht an der Grenze zu Tschechien. Die Landschaft ist offener als in vielen anderen Mittelgebirgen: Bergwiesen, Steinrücken aus Lesesteinen, Fichtenwälder und dazwischen kleine Orte wie Geising, Schellerhau oder Zinnwald-Georgenfeld. Viele Wege sind gut markiert und verbinden diese Orte miteinander.
Dazu kommt die Geschichte. Jahrhundertelang wurde hier Zinn abgebaut, und das sieht man bis heute – an der Pinge, an den künstlich angelegten Galgenteichen und an alten Gräben. Seit 2019 gehört die Bergbaulandschaft Altenberg-Zinnwald zur UNESCO-Welterbestätte Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří.
Einen Überblick über das gesamte Wegenetz, Wandernadeln und geführte Touren bietet die Tourist-Information Altenberg auf ihrer Wanderseite. Die Tourist-Information selbst sitzt im Bahnhofsgebäude – praktisch, weil dort auch mehrere Touren beginnen.
Touren rund um Altenberg im Überblick
| Tour | Länge | Gehzeit | Anspruch | Start |
|---|---|---|---|---|
| Geisingberg-Runde | ca. 8 km | ca. 2¼ Std. | leicht bis mittel | Bahnhof Altenberg |
| Kahleberg und Galgenteiche | ca. 8,5 km | ca. 2¼ Std. | mittel | Bahnhof Altenberg |
| Georgenfelder Hochmoor (Bohlensteg) | ca. 1,2 km | kurzer Rundgang | leicht | Zinnwald-Georgenfeld |
| Lugstein-Tour | ca. 10 km | ca. 2½ Std. | leicht bis mittel | Zinnwald-Georgenfeld |
| 3-Berge-Tour (Geisingberg, Kohlhaukuppe, Kahleberg) | ca. 18,6 km | ca. 5 Std. | anspruchsvoll | Bahnhof Altenberg |
| Rundweg Talsperre Malter | ca. 6,5 km | ca. 2 Std. | leicht | Dippoldiswalde-Malter |
Die Angaben sind gerundet und stammen aus den Tourenbeschreibungen der Tourist-Information und gängiger Wanderportale. Je nach Wegvariante und Pausen kann es länger dauern.
Geisingberg: Aussichtsturm und Bergwiesen
Der Geisingberg ist ein rund 820 Meter hoher Basaltkegel zwischen Altenberg und Geising – von Altenberg aus der naheliegendste Gipfel. Auf dem Gipfel steht der Louisenturm: 18 Meter hoch, 88 Stufen, eröffnet 1891. Von oben schauen Sie über die ganze Urlaubsregion, an klaren Tagen bis in die Sächsische Schweiz. Gleich daneben liegt die Bergbaude.
Die Tourist-Information beschreibt eine rund acht Kilometer lange Runde ab Bahnhof Altenberg mit knapp 190 Höhenmetern. Sie führt hinauf zum Geisingberg, über den Bergbaulehrpfad zurück, am Bergbaumuseum und an der Waldschänke „Altes Raupennest“ vorbei. Die Tour ist auch im Winter als Winterwanderung ausgeschildert.
Besonders sind die Wiesen am Geisingberg. Das Naturschutzgebiet umfasst heute über 300 Hektar, und die artenreichen Bergwiesen werden seit Generationen als Heuwiesen gemäht. Im Mai und Juni blühen hier Trollblumen und zehntausende Breitblättrige Kuckucksblumen, später Bärwurz und Perücken-Flockenblume. Die Grüne Liga Osterzgebirge, die viele der Flächen pflegt, bittet darum, auf den Wegen zu bleiben – sonst werden Blüten zertreten und Wiesenbrüter gestört. Mehr zu den Wiesen finden Sie bei der Grünen Liga Osterzgebirge zum NSG Geisingberg.
Kahleberg und Galgenteiche
Der Kahleberg ist mit 905 Metern der höchste Berg im sächsischen Teil des Osterzgebirges und liegt etwa zwei Kilometer südwestlich von Altenberg. Statt eines Turms gibt es auf dem Gipfel eine Blockhalde und einen weiten Blick: bei guter Sicht bis ins Elbtal Richtung Dresden. Die einfache Kahlebergbaude auf dem Gipfel ist seit 2023 nach einer Sanierung wieder geöffnet.
Auf dem Weg dorthin kommen Sie an den Galgenteichen vorbei. Der Große Galgenteich wurde bereits um 1550 als Wasserspeicher für den Zinnbergbau angelegt, damals für Pochwerke, Wasserräder und Erzwäschen. Heute dient er der Trinkwasserversorgung – Baden ist dort nicht erlaubt, ein Spaziergang über den Damm aber sehr wohl. Rundwege vom Bahnhof Altenberg über die Galgenteiche zum Kahleberg und zurück sind etwa acht bis neun Kilometer lang.

Altenberger Pinge: Bergbaugeschichte am Ortsrand
Am 24. Januar 1620 brach unter Altenberg das ausgehöhlte Bergwerk ein. Der Einsturz war bis Dresden zu spüren. Entstanden ist die Pinge, ein Trichter mit rund 400 Metern Durchmesser und bis zu 150 Metern Tiefe – direkt am Ortskern. Betreten kann man sie nicht, aber ein Bergbaulehrpfad führt am Rand entlang und zeigt, wie der Zinnbergbau die Stadt geprägt hat. Für einen Spaziergang nach der Anreise oder einen Regentag ist das die kürzeste Runde, die Altenberg zu bieten hat.
Zinnwald-Georgenfeld: Hochmoor und Lugstein
Das Georgenfelder Hochmoor liegt unmittelbar an der deutsch-tschechischen Grenze bei Zinnwald-Georgenfeld, einem Ortsteil von Altenberg. Das Moor ist rund 10.000 Jahre alt, die Torfschicht bis zu fünf Meter dick. Es steht seit 1926 unter Schutz und gehört zu den ältesten Naturschutzgebieten Sachsens.
Erkunden lässt es sich auf einem rund 1,2 Kilometer langen Bohlensteg mit Aussichtsplattform. Zwischen Moorkiefern, Wollgras und offenen Wasserflächen ist es oft auffallend still. Hunde dürfen angeleint mit, Kinderwagen und Rollstühle passen auf dem schmalen Steg nicht. Öffnungszeiten und Eintritt finden Sie beim Naturschutzgebiet Georgenfelder Hochmoor auf altenberg.de. Geparkt wird am Ortseingang; ohne Auto erreichen Sie Zinnwald mit dem Bus ab Altenberg.

Wer das Moor mit einer längeren Wanderung verbinden will, kann die rund zehn Kilometer lange Lugstein-Tour anschließen. Großer und Kleiner Lugstein sind knapp 900 Meter hoch. Trittsichere Wanderer mit guter Kondition kommen auch auf der 3-Berge-Tour der Tourist-Information hier vorbei: Die Runde beginnt am Bahnhof Altenberg und führt über Geisingberg und Kohlhaukuppe nach Zinnwald-Georgenfeld, an den Lugsteinen vorbei auf den Kahleberg und zurück nach Altenberg (18,6 Kilometer, rund 400 Höhenmeter, etwa fünf Stunden).
Schellerhau: Botanischer Garten
Zwischen Altenberg und dem Kahleberg liegt Schellerhau. Der Botanische Garten dort zeigt auf 761 Metern Höhe rund 1.400 Pflanzenarten unter freiem Himmel, geordnet nach ihren natürlichen Lebensräumen. Im Mai und Juni blühen Enziane und Alpenrosen, ab Mitte August folgen Herbstenzian und Laubfärbung. Angeleinte Hunde sind willkommen. Der Garten eignet sich gut als Zwischenstopp auf einer Runde über den Kahleberg.
Für Ausdauernde: Kammweg und „14 Achttausender“
Der Kammweg Erzgebirge-Vogtland beginnt in Geising, das heute zu Altenberg gehört. Auf 287 Kilometern führt er bis Blankenstein in Thüringen und ist als Qualitätsweg des Deutschen Wanderverbandes zertifiziert. Die erste Etappe (rund 25 Kilometer) läuft über den Geisingberg, durch Altenberg und über den Kahleberg und Rehefeld-Zaunhaus bis nach Holzhau. Sie können also mitten im Ort einsteigen und nur ein Teilstück gehen; den Abschnitt beschreiben wir Kilometer für Kilometer unter Kammweg ab Geising. Gewandert wird von Mai bis Oktober; im Winter wird der Weg nicht geräumt. Details zu den Etappen gibt es bei Sachsen Tourismus zum Kammweg.
Eine regionale Besonderheit sind die „14 Achttausender im Osterzgebirge“: 14 Gipfel, die über 8.000 Dezimeter – also über 800 Meter – hoch sind. Ein rund 68 Kilometer langer Weg verbindet sie. Wer an allen Gipfeln einen Stempel sammelt, bekommt bei der Tourist-Information Altenberg ein Gipfel-T-Shirt.
Rund um Dippoldiswalde: Talsperre Malter und Rabenauer Grund
Etwa 20 Kilometer nördlich von Altenberg liegt Dippoldiswalde, wo die Landschaft milder und tiefer wird. Direkt vor der Stadt liegt die Talsperre Malter. Ein Rundweg von etwa 6,5 Kilometern führt am Ufer entlang, im Sommer ist dort auch Baden möglich.
Ab Malter folgt ein Weg der Roten Weißeritz durch den Rabenauer Grund bis Freital-Hainsberg, insgesamt rund zwölf Kilometer. Das Tal ist eng und felsig, unterwegs kommen Sie an der Rabenauer Mühle vorbei, deren Hotel und Restaurant seit 2022 geschlossen sind; nur ein Biergarten öffnet bei gutem Wetter. Zurück fahren Sie mit der Weißeritztalbahn, einer Schmalspurbahn mit Dampflok zwischen Freital-Hainsberg, Dippoldiswalde und Kurort Kipsdorf. Den Fahrplan prüfen Sie am besten vorab.
Übrigens: Die Talsperre Lehnmühle wird gern Altenberg zugeordnet, liegt aber an der Wilden Weißeritz zwischen Dippoldiswalde und Frauenstein. Wie die benachbarte Talsperre Klingenberg versorgt sie Dresden mit Trinkwasser, Baden ist verboten. Ein Lehrpfad mit 16 Stationen verbindet die beiden Talsperren.
Wann ist die beste Zeit zum Wandern?
- Mai und Juni: Bergwiesenblüte am Geisingberg, Alpenflora im Botanischen Garten, frisches Grün in den Mooren.
- Juli und August: Heumahd auf den Wiesen, lange Abende auf den Gipfeln. Bei Hitze ist es auf dem Kamm meist etwas kühler als in Dresden.
- September und Oktober: Klare Fernsicht, Ebereschen mit roten Beeren – der Charakterbaum des Erzgebirges – und Laubfärbung. Die Tourist-Information bietet in dieser Zeit oft geführte Wanderwochen an; aktuelle Termine stehen auf altenberg.de.
- Winter: Ausgeschilderte Winterwanderungen, zum Beispiel auf den Geisingberg. Mehr Ideen für die kalte Jahreszeit finden Sie unter Wintertage in Altenberg.
Anreise ohne Auto und praktische Hinweise
- Bahn: Die Müglitztalbahn (RB 72) fährt von Heidenau, wo die S-Bahn aus Dresden hält, in knapp einer Stunde bis Altenberg. An Wochenenden und Feiertagen fährt außerdem ein Direktzug (RE 19) ab Dresden.
- Bus: Der PlusBus 360 verbindet den Dresdner Hauptbahnhof über Dippoldiswalde mit Altenberg. Ab Altenberg fährt die Linie 398 weiter über Zinnwald.
- Parken: Für die Geisingberg-Runde empfiehlt die Tourist-Information den Parkplatz P2 am Erlebnisberg. Am Hochmoor gibt es Parkplätze am Ortseingang von Zinnwald-Georgenfeld.
- Ausrüstung: Auf dem Kamm ändert sich das Wetter schnell, und es ist oft windiger als im Tal. Feste Schuhe und eine Regenjacke gehören in jeden Rucksack. Abseits der Orte ist der Mobilfunkempfang teils schwach – eine Offline-Karte hilft.
- Naturschutz: In den Naturschutzgebieten gilt das Wegegebot, Hunde gehören an die Leine.
Nach einer langen Tour schmeckt die regionale Küche besonders gut. Was auf den Tisch kommt, lesen Sie in Erzgebirgische Küche entdecken.
Übernachten nahe den Wanderwegen
In Altenberg vermieten wir acht Zimmer an der Dresdner Straße 10, jedes mit eigenem Bad und WC, sieben für bis zu zwei Gäste, eines für bis zu drei, ab 70 € pro Nacht. Von hier gehen Sie direkt los zum Geisingberg, zur Pinge oder zum Kahleberg.
Wer mehr Platz braucht oder lieber selbst kocht, findet in Dippoldiswalde an der Bahnhofstraße 15 zwei Apartments für bis zu vier bzw. fünf Gäste, ebenfalls ab 70 € pro Nacht – ein guter Ausgangspunkt für die Talsperre Malter und den Rabenauer Grund.
Gebucht wird direkt bei uns, per Anruf oder WhatsApp unter +49 1514 1213283 oder +49 1525 1644356. Mehr Ideen für Ihre Tage im Osterzgebirge finden Sie im Regionführer.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Kahleberg bei Altenberg?
Der Kahleberg ist 905 Meter hoch und damit der höchste Berg im sächsischen Teil des Osterzgebirges. Er liegt etwa zwei Kilometer südwestlich von Altenberg; auf dem Gipfel steht die Kahlebergbaude, die 2023 nach einer Sanierung wieder eröffnet hat.
Kann man rund um Altenberg mit Hund wandern?
Ja. In den Naturschutzgebieten gehören Hunde an die Leine. Im Georgenfelder Hochmoor und im Botanischen Garten Schellerhau sind angeleinte Hunde laut Stadt Altenberg ausdrücklich willkommen.
Wie komme ich ohne Auto zum Wandern nach Altenberg?
Mit der Müglitztalbahn (RB 72) ab Heidenau, wo die S-Bahn aus Dresden hält; die Fahrt dauert knapp eine Stunde. Außerdem fährt der PlusBus 360 vom Dresdner Hauptbahnhof über Dippoldiswalde nach Altenberg.
Wann blühen die Bergwiesen am Geisingberg?
Die Hauptblüte liegt im Mai und Juni, wenn Trollblumen und Orchideen wie die Breitblättrige Kuckucksblume blühen. Ab Ende Juni beginnt je nach Höhenlage die Heumahd.
Ist das Georgenfelder Hochmoor für Kinderwagen geeignet?
Nein. Der rund 1,2 Kilometer lange Bohlensteg ist nur etwa einen Meter breit und weder für Kinderwagen noch für Rollstühle geeignet. Für das Moor wird Eintritt erhoben; aktuelle Zeiten stehen auf altenberg.de.


